Ralf Kistner

 

 

 

 

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Auf Tour mit der "Münchner Freiheit"

Text und Bilder: Ralf Kistner

Berge, Seen und die unverwechselbaren Landschaften der Alpen üben mit unverminderter Intensität ihren Reiz auf den Menschen aus. Es sind die schroffen Felsformationen, die sich mit verwundenen Tälern und sanften Wiesenhügeln abwechseln. Die einmaligen Eindrücke lassen sich natürlich dank mutiger Straßen- und Wegebauer im wahrsten Sinne des Wortes per Motorrad erfahren. Sicher ein Erlebnis, das (fast) jeder Biker irgendwann schon mal genoss. Um sich diesem Genuss ohne große Vorbereitung und Organisation hingeben zu können, bieten diverse Unternehmen Komplettreisen an. Ich hatte dank der finanzkräftigen Unterstützung durch die Presseabteilung von BMW die Möglichkeit, eine Wochenendtour der "Münchner Freiheit" mit all ihren Annehmlichkeiten mitzuerleben.




"Tirol und Vorarlberg auf die Genießer-Tour"
- so steht es im Katalog der "Münchner Freiheit". Am Tag der Abreise höre ich mir den Wetterbericht für das Wochenende an. Er verheißt nichts gutes. Regen und kühle Temperaturen bis in die tiefen Lagen - und das im August. Also packe ich alles gegen Regen und Kälte ein, das ich für sinnvoll erachte. Ich weiß, dass es in höheren Lagen so zu Schneefall komme kann. Ich weiß aber auch, dass auf dieser Tour die bayerischen Luxusdampfer K 1200 LT und die R 1150 RT gefahren werden, die bekanntlich mit gutem Wetterschutz, Heizgriffen und sonstigen Annehmlichkeiten aufwarten.

Am Treffpunkt vor der BMW Motorrad Halle übernimmt jeder eine Maschine mit dem Hinweis, dass während der Dauer der Tour die Maschinen auf Wunsch durchgewechselt werden können. Ich postiere mich vor einer RT und packe meine Koffer. Als einzigster bin ich mit eigener Maschine angereist. Die meisten kamen schon gestern mit dem Auto und übernachteten im Hotel.
Bernd, unser Tourenguide, wies uns mit sauberem fränkischen Spracheinschlag in die Eigenheiten des Gruppenfahrens und schließlich in die Maschinen selbst ein. Dabei erklärte er, dass es vor allem für die Fahrer der dicken LT keine Schande sei, wenn sie die gut 390 kg Leergewicht bei einem Stopp umkippen ließen. Das passiere nun halt mal und führe, zumindest an der Maschine, keinen Schaden herbei, wenn man nicht den aussichtslosen Versuch unternehme, die Maschine im Kippen wieder aufrichten zu wollen. Das ende meist mit Muskelfaserrissen oder ähnlichen Blessuren. "Fallen lassen und dann wieder aufheben.", heiße die Devise. Wir sehen uns in der Gruppe ungläubig an. Bernd meint, dass er uns das später zeigen werde.

Wir begeben uns auf Tour. Es geht gleich auf die Autobahn. Einige beginnen mit den Maschinen zu wedeln. Jeder hat damit zu tun, sich an die Maschine zu gewöhnen und das Gruppenfahren zu praktizieren. Dranbleiben und andere Gruppenmitglieder nicht überholen. Das soll jeder soweit es der Verkehr zulässt, beachten. Jeder wacht per Rückspiegel darüber, ob der Hintermann noch dran ist. Geht er verloren, fahre ich langsamer bzw. halte an, bis er wieder dran ist. Genauso macht es mein Vordermann. Und es klappt bei uns wirklich reibungslos. Erstaunlich für eine gerade vor einer Stunde frei zusammengewürfelte Gruppe.












Erster Halt ist am Ammersee. An einem Parkplatz demonstriert uns Bernd das Aufheben der K 1200 LT. Es kostet mit der Technik zwar Kraft, aber man kann es wirklich alleine schaffen. An einer der nächsten Ampeln kippt dann auch schon die erste um, ist aber schnell wieder aufgestellt. Kein Problem - unglaublich.















Über den Hohen Peißenberg geht es auf kleinen gewundenen Voralpensträßchen zur Wieskirche. Bernd erweist sich als erfahrener und wissender Fremdenführer, der überall Fakten und Geschichten zu erzählen weiß. Im Lokal neben der Wieskirche ist schließlich der Mittagstisch für uns reserviert.
Nach vorzüglichem Mahl bewegen wir uns, mittlerweile sanft beregnet, in Richtung Königsschlösser. Das Lechtal und der Hochtannbergpass führen uns schließlich, mittlerweile satt beregnet, ins Hotel "Hirschen", wo der Großteil der Bikes in der Tiefgarage Platz findet. Die nassen Klamotten werden im Trockenraum aufgehängt. Und ein Teil der neun Teilnehmer erquickt sich schnell noch vor dem Abendessen in der Bäder- und Saunalandschaft des Hotels.

Das Abendessen ist wie gewohnt vorzüglich. Die anschließende gesellige Runde beschließt diesen ereignisreichen Biketag.

Die Sonne lässt sich nach durchregneter Nacht gleich zum Frühstück blicken. Zwar steigt das Quecksilber nur bis 8 ° C, doch ist es wenigstens trocken. Nach äußerst reichhaltigem Frühstück vom Buffet lenken wir unsere Maschinen Richtung Hittisau. Ein erfahrener Käsemeister gibt uns für ca. 1 Stunde im dortigen Käsereimuseum Einblicke in die traditionelle Käseproduktion und stellt anschaulich (mit Geschmacksproben) die Qualitätsunterschiede zur industriellen Käseproduktion heraus.




Wieder auf den Maschinen geht es Richtung Furkajoch. Kurz vorher wieder rein in die Regenkleidung. Dunkle Wolken verheißen nichts gutes. Doch es bleibt relativ trocken auf der Passstrecke. Und bis zur Passhöhe ist freies Fahren angesagt. Jeder fährt sein Tempo. Logisch, dass einige den Pass eher zügig erklimmen, während andere die Straßenwindungen durch die schöne Landschaft in gemütlicher Genussfahrt hinter sich bringen. Treffpunkt ist die Passhöhe. Danach geht es auf der Abfahrt zum Mittagessen in einem ländlichen Berggasthof mit deftiger Hausmannskost aus Familienlandwirtschaft.

Frisch gestärkt nehmen wir die Silvretta Hochalpenstraße mit ihren über 30 Spitzkehren unter die Räder. Nebel und Regen vereiteln jedoch den sonst so herrlichen Ausblick auf den Silvretta-Stausee und den Piz Buin. Die Stimmung bleibt in der Gruppe jedoch positiv. Gut gelaunt geht es nach kurzer Pause über Landeck nach Imst ins Romantik Hotel "Post", wo abends ein fulminantes Fünf-Gänge-Menü in gediegener Atmosphäre die Wetterkapriolen vergessen machen.

Die Fahrt am letzten Tag führt uns über Mittenwald zum Sylvensteinstausee. Über Bad Tölz erreichen wir auf netten Landstaßen den Nahbereich von München, wohin wir über die Autobahn wieder zurückkehren.

Leider ist an diesem Sonntag der Dauerregen mit wirklich heftigem Ausmaß ein kleiner Stimmungsdrücker. Es regnet eben nur ein Mal an diesem Tag - von früh bis abends. Jedoch ist es mit den Luxustourern leicht zu ertragen. Sitzheizung und Heizgriffe beugen Unterkühlungen vor, der Wetterschutz hält einen Großteil des Regens ab, die eingebauten Stereoanlagen (z.T. mit CD) untermahlen die Fahrt mit Musik.
Es ist übrigens das Wochenende, an dem in Bayern und Ostdeutschland die Hochwasserkatastrophe ihren Ursprung hat. So kommen wir noch vor den großen Fluten durch Glonn hindurch, obwohl das Wasser z.T. schon auf den Straßen steht und Feuerwehr mit Helfern Sandsackblockaden errichten.

Fazit:
Diese Tour machte richtig Spaß. Es ist für den Fahrer ein Rundum-Sorglos-Paket. Alles passt zusammen und wirkt rund. Die Streckenlängen sind mit 250 - 300 km pro Tag angemessen. Die Streckenführung ist so gelegt, dass man viel auf kleinen kurvigen Sträßchen unterwegs ist, die Kurven und Landschaft satt bieten. Jeder kommt zu genügend Fahraktivität ohne überfordert zu werden. Die Fahrgeschwindigkeit richtet sich nach den langsamen Bikern in der Gruppe. Freies Fahren an einigen Strecken lässt die Schnelleren ebenfalls Möglichkeit, sich etwas auszutoben. Jeder kann jede Maschine ausprobieren. Und die Kost und Logie ist auf anspruchsvollem Niveau.
Die Organisation der Tour wirkte perfekt. Bernd, unser Tourenguide kannte die Gegend wie seine Westentasche. Das schaffte Vertrauen.

Die Tour ist auch weiterhin im Programm der "Münchner Freiheit". Interessierte können sich den Katalog bestellen bzw. Informationen einholen . . .
. . . im Web unter: http://www.muenchnerfreiheit.de
. . . http://www.bmw-motorrad.com/travelpoint
. . . per E-Mail unter: info@muenchnerfreiheit.de
. . . telefonisch unter: +49 (0)89/39 57 68

Im Gesamtprogramm der "Münchner Freiheit" finden sich u.a. Kurztripps, Wochenendtouren, Firmenreisen, Sondertouren unterschiedlicher Dauer und Streckenlänge in die Schweiz, nach Österreich, Italien oder in die bayerischen Alpen. Ergänzt wird das Programm durch Offroad-Touren und dem Offroadtraining im Enduropark Hechlingen (ich schrieb darüber im Wheelies Anfang 2000; der Bericht ist zu finden auf meiner Website).
Die Maschinen sind immer die neuesten Modelle aus der jeweils aktuellen Modellpalette von BMW.