Ralf Kistner

BMW R 80 GS

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Meine BMW R 80 GSMeine ehemalige R 80 GS,
Bj. 1988, kaufte ich mir über das Internet im Januar 2000. Angesteckt vom Endurovirus, überzeugt von unzähligen Test- und Erfahrungsberichten sollte es eben genau diese Version der GS sein.
Zwar schon mit Paralever, aber noch nicht mit der hohen Verkleidung. Die GS ist so ziemlich mit allem ausgestattet, was BMW für diese Serie im Zubehörkatalog anbietet.

Das Fahrwerk ist vorne wie hinten mit WP aufgerüstet. Von Heizgriffen über die Steckdose und den Zusatzinstrumenten hat mein Vorgänger, selbst BMW-Mitarbeiter, der GS einiges an Sonderausstattung angedeihen lassen. Der Motor ist im Hubraum vergrößert worden. Der 5. Gang ist verlängert, die Restübersetzung entspricht der der originalen R 80 GS.

Super ist der Bums, den der Motor ab Leerlaufdrehzahl zum Besten gibt. Faszinierend ist die durchdachte Einfachheit der Technik, wodurch Inspektionshandgriffe zur Minutensache werden.
Alle 5000 - 7500 km sollten die Ventile eingestellt werden, sonst läuft die Maschine rauher und zeigt leichte Leistungseinbußen. Meist sind die Auslassventile dann zu eng. Ebenso sind die Vergaser dann wieder zu synchronisieren.

Ansonsten hält die Maschine und fährt und fährt. Klasse ist der Fahrkomfort auf der GS. Durch die langen Federwege schluckt sie so ziemlich alles an feinen Unebenheiten weg. Die WP-Federelemente bestechen durch ihr feines Losbrechmoment genauso wie durch Stabilität bei der flotten Kurvenhatz.
Ob mit oder ohne Sozius lässt sie sich sicher und leicht bewegen.
Beeindruckend auch die Schräglagenfreiheit, die links durch den Seitenständer, rechts durch den Zylinderschutzbügel begrenzt wird. Superbikes haben es auf der Landstraße schwer, der GS davon zu fahren. Das bullige Drehmoment ergibt gute Durchzugswerte, der tiefe Schwerpunkt macht schnelle Schräglagenwechsel zum Kinderspiel. Kein "hanging-up", sondern einfach nur ein kurzer Zug am Lenker unterstützt von leichtem Hüftdruck, schon liegt die GS quer.
Und in den Bergen gibt es nur noch Supermoto- bzw. Crossmaschinen, die leichter durch Passkehren zu bewegen sind als diese Sahne-GS.

Die Vorderbremse habe ich modifiziert. So hat der Austausch der Original-Scheibe gegen eine von Spiegler ein spürbare Verbesserung in der Dosierbarkeit, aber vor allem in der Verzögerungsleistung gebracht.

Schräglage vorne und hinten

Ich habe mittlerweile mehrere Reifen getestet. Vorne habe ich die besten Erfahrungen mit dem Michelin T 66, hinten mit dem Metzeler Tourance gesammelt. Der Michelin ist gutmütig und spurstabil. Zudem hält er scheinbar ohne Ende. Der Verschleiß hält sich im Rahmen. Der Tourance hinten haftet ohne Ende und schafft im Vergleich zum T 66 bzw. Enduro 4 von Metzeler die doppelte Kilometerleistung. Ich habe ihn in der 2000er Saison als letzten Reifen wirklich stark hergenommen. Die 1043 ccm der GS bringen auch mächtig Druck auf den Hinterreifen. Dennoch hielt er gute 8500 km. Das finde ich genial, vor allem, weil er auch noch ein paar Euro billiger ist als der T 66.

Im Oktober 2000 rettete mir meine GS mein rechtes Bein. Es war die Abschlussfahrt für die Saison. Auf dem Rückweg hatte ich mit ca. 120 km/h einen Rehunfall. Das Tier lief von links nach rechts über die Straße. Ausweichen bzw. Bremsen waren schier unmöglich. Alles zu nah. Ich steuerte die GS so an, dass ich keine Schräglage hatte, dass ich sie gerade hielt, weil der Aufprall unausweichlich war. Dann machte ich mich steif und zog den Kopf kurz vorher ein. Das Reh erwischte ich mit dem rechten Zylinder. Sturz gab es keinen. Das Reh verendete nach 5 Minuten. Ich war unverletzt. Die GS hatte einen verbogenen Zylinderschutzbügel und einen aus der Halterung gerissenen Ölkühler, der aber noch an den Leitungen hing. Das System blieb dicht. So konnte ich also meine 60 km Heimweg noch fortsetzen. Nicht auszudenken, wenn der Zylinder den Aufprall mit dem Reh nicht von meinem Bein abgehalten hätte.

Trotz vieler guter und neuer Testmaschinen, die ich in seit 2000 fuhr, bin ich immer wieder gerne auf meine GS zurück gekommen. Sie bietet mir Top-Allroundeigenschaften und eine Handlingsleichtigkeit wie bisher kaum ein anderes Bike.

Und nun muss es doch sein: die GS muss einer anderen Maschine weichen.

Stand: 2003-05-06