Ralf Kistner

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CX 500 Treffen 98

CX 500 Treffen 99

Bericht über die Gülle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Was hat japanische Landmaschinentechnik mit einem Motorrad zu tun? Das ist schnell aufgeklärt: - nichts !
Ein Bezug läßt sich jedoch weitläufig über die Insidertitulierung, die ihren Ursprung in einem Cartoon von W. Brösel hatte, herstellen.
Er nannte die Maschine schlichtweg „Güllepumpe“, ein Begriff, der sich in Insiderkreisen als Synonym für ein Motorrad festbiß, das bis heute die Meinungen über dieses Bike weit auseinandergehen läßt.


22 Jahre junge Altmeisterin

Im Dezember 1977 wurde die CX einem von Honda ausgewählten Kreis von Redakteuren für Fachzeitschriften und Tageszeitungen in Südfrankreich vorgestellt und zu ausgiebigen Probefahrten auf der Rennstrecke von Nogaro zur Verfügung gestellt. Was sie präsentiert bekamen, war damals revolutionär. Honda sprach von einem Bruch der bis dahin im Motorradbau bekannten Traditionen. Für Honda war der Bau eines flüssigkeitsgekühlten V-2-Zylinder-Viertakters etwas Ungewöhnliches.
Zudem präsentierte sich die CX in einem eher gewöhnungsbedürftigen Design, das von Anfang an das Lager der Biker in Liebhaber und Verachter spaltete. Die Instrumentenverkleidung wurde Honda kaum verziehen. Ebenso das Pfeildesign auf dem Tank, das sich in der Linienführung der Sitzbank fortsetzt.

Dennoch gab es etwas an diesem Gerät, was Tausende von Bikern begeisterte, so daß sich die CX für Honda als Kassenschlager entpuppte.
näherem Hinsehen sticht beim Motor die ungewöhnliche Anordnung der Zylinder ins Auge. Im extraordinären 80° Winkel sitzen sie auf dem Kurbelgehäuse, um 22° versetzt montiert, und ermöglichen so eine Sitzhaltung mit geschlossenen Beinen, welche dankenswerterweise von heißen Kontakten mit den Zylinderdeckeln verschont bleiben. Die Vergaser konnten durch den 22°-Versatz der Zylinder unter dem Tank versteckt werden. Trotz V wirkt der Motor schmal.


Simple Motortechnik - nicht ganz ohne Fehler

ho_motor.jpg (23296 Byte)Baute Honda damals schon z.B. mit der CB 500 laufruhige Vierzylinder-Reihenmotoren mit standardisiert obenliegender Nockenwelle, implantierte man dem CX-Aggregat die Nockenwelle zwischen die beiden Zylinder oberhalb der Kurbelwelle ein. So konnten die Stoßstangen kurz gehalten werden. Die jeweils 4 Ventile wereiden über Gabelkipphebel von Untätigkeit abgehalten. Trotz dieser „veralteten“ Technologie erreichte das V-Triebwerk Drehzahlen von für Stoßstangen-Motoren äußerst respektablen 10000 U/min.
Angetrieben wurde die Nockenwelle über eine Steuerkette, deren Spanner der ersten Baujahre ihren Besitzern, aber auch Honda selbst einiges Kopfzerbrechen verschaffte. Der Schwachpunkt des V-Twins war, daß der Spanner einfach brach. Honda ersetzte damals auf Kulanz die nervigen Teile gegen stabilere, welche schließlich zuverlässig ihren Dienst taten.
In der ab 1982 modifizierten CX 500 Euro kam ein automatischer Kettenspanner zum Einsatz, der jedoch partiell der Automatik entsagte, so daß die gelängte Steuerkette schlonzig im Motorgehäuse herumschlabberte und letztlich nur noch ausgetauscht werden konnte. So sei jedem Güllefahrer geraten, auf Laufgeräusche seiner Steuerkette zu achten und rechtzeitig bei Auftreten von eindeutig diesem Teil zuzuordnenden Geräuschemissionen für dessen Spannung zu sorgen. Der Ausbau des Motors ist für diesen Fall kaum zu vermeiden, da die Steuerkette auf der Rückseite des Motors sitzt.

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Ansonsten ist dem Zweizylinder kaum etwas Negatives nachzusagen. Er läuft dank Wasserkühlung ruhig und leise. Und sicher ist es auch mit deren Verdienst, daß es genügend Güllefahrer gibt, die mit dem 1. Motor ohne größere Ausfälle weit über 100 000 km in gelassener Ruhe und vertrauensvoller Zufriedenheit fernab von teuren Werkstätten runterspulten. Beim letzten CX-Treffen in Hessental bei Schwäbisch Hall fanden sich Boliden mit weit über 200 000 km auf dem 1. Motor ein. Neben den üblichen Verschleißreparaturen (Steuerkette mit Spanner; mechanische Wasserpumpendichtung) war nichts Außergewöhnliches zu berichten.

 

Die Leistung der Güllepumpe wurde von Honda bei 9000 U/min mit 50 PS angegeben. Für die damalige versicherungsgünstige 27 PS-Klasse gab es eine gedrosselte Variante, wobei die Kraftentnahme über geänderte Krümmer und Vergaser eine kostspielige und aufwendige Angelegenheit war. ho_gesp.jpg (20277 Byte)Heute bekommt die CX für die 34 PS-Drosselung Reduzierscheiben in den Ansaugtrakt montiert. Das ist einfacher und kostengünstiger. Und selbst gedrosselt drückt der Motor von 2500 U/min an nicht wesentlich weniger Kraft auf’s schmal bereifte Hinterrad als die 50 PS Version. Ab 6000 U/min jedoch nimmt die Leistung dann schlagartig ab.

Als Sekundärantrieb entschied sich Honda glücklicherweise für einen wartungsarmen Kardanantrieb. Unter anderem ein Grund, die CX in die Sparte „Tourer“ einzuordnen.

 

 

Weiche Fakten

Fakt ist: die Gülle ist für Fahrer und Sozius bequem. Eine lange, breite und gut bepolsterte Sitzbank und ein - ja - viel zu weiches Fahrwerk leisten ihren eindeutigen Beitrag dazu.
Fakt ist auch, daß das Fahrwerk nicht nur weich, sondern schlichtweg schwammig ist. Die Telegabel schlägt gerne und oft durch. Ersehnte Abhilfe brachte für viele Gülletreiber ein Austausch der schwabbeligen Puddingfedern gegen progressive Wirth-Federn.
Hinten empfahl sich die Umrüstung auf Konis. Und siehe da, die CX konnte nun äußerst flott und sicher mit saftigen Schräglagen durch spaßbringende Teerbiegungen manövriert werden. Zügige Fahrt über schlechte Straßen konnte ihr von nun an nichts mehr anhaben. Und bequem blieb sie obendrein.

Handling wie ‘ne Kleine

Fakt ist auch, daß die Honda CX 500 gute 220 kg auf die Waage bringt und sich trotzdem spielerisch durch Kurven jedwelcher Art dirigieren läßt. Und muß die Geschwindigkeit schnell reduziert werden, kann die Doppelscheibe vorne mit für damalige Verhältnisse äußerst vorzeigbaren Verzögerungswerten aufwarten.

Modellvielfalt

Neben der 1978 in Deutschland vorgestellten Ur-CX und der 1980 leicht veränderten Variante (kleine Scheibe auf dem Scheinwerfergehäuse; Bremsanlage; helle Kühlereinfassung) konnte sich Honda gegen Ende der 70er Jahre eine Choppervariante nicht verkneifen und schuf die CX 500 C. Diese wurde weltweit wiederum in diversen Varianten vertrieben. Kennzeichnend waren für alle der tropfenförmige Tank, das kleinere breitbereifte Hinterrad, hochgezogener Lenker, separate Instrumente, Chromscheinwerfer und schwarze Comstar-Räder mit polierten Speichenkanten. In Deutschland gab es die C ab September 1979, jedoch nur mit einer Scheibenbremse, was 1982 jedoch doppelscheibig nachgebessert wurde. 1984 wurde die Herstellung des Softchoppers beendet.1981 brachte Honda die CX 500 Turbo auf den deutschen Markt, jedoch trotz technischer Finessen ohne großen Erfolg. 1982 folgte der Ur-CX die technisch stark überarbeitete CX 500 E(uro), die ebenso nicht an den Verkaufserfolg der Vorversion anknüpfen konnte.
Schließlich sollte noch der Goldwing-Ableger namens Silverwing Erwähnung finden. Ein echtes Sofabike in der Halbliterklasse für Liebhaber komfortablen Reisens.
Die meisten Modelle gab es seit September 1982 wahlweise mit
dem 500er oder einem 650er V 2, der bei 8000 U/min 65 PS zu leisten vermochte.

Freundschaften

Neben eindeutiger Freundschaft zwischen der Gülle und ihrem Fahrer pflegt selbiger meist noch Freundschaften zu Gleichgesinnten in Clubs und auf Treffen, verteilt im ganzen Land ..... und sie nennen ihre freundschaftlichen Zusammenkünfte schlicht .....



Güllepumpentreffen

ho_supbk.jpg (14395 Byte)Das bekannteste CX-Treffen findet alljährlich in der Eifel statt, wobei das heurige Spektakel am 9./10.9.99 in Daun seinen Lauf nehmen soll. Kontakte findet der Interessierte beim ...
Bikertreff Eifel
Zur alten Schmiede
54550 Daun-Pützborn
06592/985441(Fax 985442)

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Der Güllepumpen-CX/GL- Freundeskreis WESER/EMS/ELBE lädt vom 4. - 6.6.99 in Vechta zum 3. Norddeutschen Güllepumpentreffen
ein.
Kontakte über:

Benno Behrens
Bremer Tor 14
49377 Vechta
04441/84111(Fax 84616)
http://www.bilderprofi.de

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Und schließlich muß, da in unserer wunderschönen Region stattfindend, das 5. Honda CX-500 „Güllepumpentreffen“ in Hessental bei Schwäbisch Hall Erwähnung finden. Terminiert wurde es in den Juli 2001, wobei Anfahrt ab Freitag möglich ist. Veranstalter ist der Club „Süddeutsche CX-Freunde“. Kontakte unter:

07951/294520 oder
www.CX-Freunde.de

Tel. während des Treffens von Fr. - So.: 0791/3684

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Gülle-Finessen

Logischerweise finden sich unter den noch immer tausenden von CX-Besitzern auch Tüftler, Bastler und Schrauber, deren Umsetzung ihrer scheinbar grenzenlosen Umbauphantasien leider durch unsere StVZO und dem TÜV als deren Handlanger Grenzen gesetzt werden. Trotzdem, wenn man sich vor allem auf den Treffen umschaut, fesseln gerade die Unikate den Blick und man fragt sich, wieviel Vitamin B so mancher Schrauber wohl zu den fleißigen TÜV-Männern gehabt haben muß, um sein Traumei schlüpfen lassen zu können.

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Es muß wirklich was an dem zweirädrigen Ökonomenvehikel aus Japan dran sein, wenn sich so viele zufriedene Ökonomen damit beschäftigen. Klar, denn man bekommt eine gute CX heute für ökonomische 2000.- bis 3000.- DM. Ein vollwertiges Motorrad mit sportlichen Allroundeigenschaften für die Europatour oder die Sonntagsnachmittagsausfahrt über kurvengewundene Sträßlein auf der Alb.



Fakt ist auch:
mir selbst als Einsteiger brachte die Gülle ‘ne Menge Spaß. Ich kann sie nur weiterempfehlen.

Übrigens: im Juli 2001 ist in Schwäbisch Hall, OT Hessental, süddeutsches Güllepumpentreffen!

Stand: 13.04.2001